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Aktualisiert am: 20.05.2005

Was muss unser kleiner Freund lernen?

Bei Fuß

Natürlich kann ihr Hund zu Beginn nicht perfekt an durchhängender Leine gehen, aber er muss üben, nicht zu ziehen und Sie in alle möglichen Richtungen zu  zerren. Gehen Sie anfangs immer in die Richtung, in die ihr angeleinter Hund sowieso will ( wenn er nicht gerade mitten auf der Straße geht). Das Angeleintsein soll ihm nicht unangenehm sein. Loben Sie ihn mit netten Worten  (“So bist du brav!”), wenn er einigermaßen manierlich an ihrer linken Seite läuft. Dieses Seite ist Erziehungsstandard für das Führen eines Hundes. Auf jedem Hundeplatz werden Sie den Hund links führen müssen - da ist es praktisch, es ihm von Beginn an beizubringen.

Sitz

Gleich vom ersten Tag an sollten Sie “Sitz” üben, indem Sie ein Leckerchen oder ein Spielzeug über seinen Kopf halten und überschwenglich loben, sobald  er sich gesetzt hat. Auch an jeder Bordsteinkante ist das Sitzen Pflicht, damit ihr Hund nicht einfach auf die Straße läuft. Sie sollten es schon jetzt einüben.

Nicht anspringen

Das Anspringen hat einen einfachen Grund: Der Welpe möchte Ihre Mundwinkel lecken. Dieses ist eine unterwürfige, freundliche Geste der Mutterhündin gegenüber, die den Würgereiz bei ihr auslöst - es ist somit eine Futterbettelgeste. Damit der Kleine keinen Grund hat, Sie anzuspringen, sollten Sie sich also zu ihm bücken. Sie können den Kopf auch abwenden, werden aber  merken, dass er es wirklich auf ihren Mund abgesehen hat (bei entwurmten Hunden ist es kein Dilemma, etwas am Ohr oder an der Wange geleckt zu werden). Begrüßen Sie ihn nett und lenken Sie ihn dann mit einem Spielzeug -  vorzugsweise einem Lappen - zum Hineinbeißen oder Apportieren ab. Loben Sie ihn aber nie durch freundliches Streicheln, während er Sie anspringt, denn der Hund verknüpft dann falsch, Sie fänden das Anspringen prima. Setzen Sie  seine Pfoten stattdessen nach unten und sagen Sie in bestimmenden Tonfall “Nein”. Stehen alle vier Pfoten auf dem Boden -loben, loben, loben.

Platz

Wie das Sitz kann man auch das Hinlegen spielerisch trainieren. Zum einen, indem man immer “Platz” sagt, wenn der Hund sich sowieso gerade niederlässt. Zum anderen, indem man zwischen den Pfoten des sitzenden Hundes ein Leckerchen oder ein Spielzeug entlang nach vorne zieht. Unter keinen Umständen darf man die Lernfreude des Hundes aus übertriebenem Ehrgeiz ruinieren. Der Erfolg bei der Hundeerziehung steht und fällt mit dem Lob im richtigen Moment, der knappen Dosis ganz gezielter Strafe auf frischer Tat und dem Lernen in kleinen Schritten.

Bleib

Das ist eine Übung, die man vom Welpen nur in Absätzen verlangen kann. Gemeint ist nicht das Alleinbleiben sondern das Verharren in einer bestimmten, zuvor verlangten Stellung, wie Sitz oder Platz. Während man sich im Anfang nur einen halben Meter entfernt und den Welpen dann sofort zu sich ruft, müssen erwachsene Hunde auch eine Entfernung von 50 m ohne zu zappeln ertragen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Gehen Sie nie vom Welpen so weit weg, dass er von selbst aufsteht und zu ihnen läuft. Falls es doch einmal passiert, schimpfen Sie kurz und bringen ihn dorthin zurück, von wo er gekommen ist. Die Schuld für sein Versagen lag aber ganz klar bei Ihnen: Sie haben mehr verlangt, als er geben konnte. Verringern Sie den Abstand wieder und sorgen Sie für Erfolgserlebnisse.

Verbote

Treppensteigen, weite Grabensprünge oder über Hindernisse sowie Sprünge ins Auto und heraus sind im ersten Lebensjahr verboten. Sie würden damit die  gefürchtete HD-Krankheit fördern.

Große Wanderungen und lange Spaziergänge sind ebenfalls verboten. Bänder und Sehnen, Muskulatur und Skelett sind noch weich und verformbar.